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Neue Wege gehen

Neue Wege gehen

Manchmal stellt einen das Leben vor vollendete Tatsachen. Einfach so, ohne Vorwarnung wird dann alles, was bisher ruhig vor sich hinfloss, auf den Kopf gestellt. Nicht selten muss dann eine komplett neue Planung her und das gerne schnell.

Schon einige Male warf das Schicksal bei mir alles durcheinander. Da war meine Erkrankung, die mich plötzlich dazu zwang, alles erheblich ruhiger und anders als vorher anzugehen. Einige meiner Chefs entschieden sich, dass wir plötzlich nicht mehr zusammen passten oder die Firma aus anderen Gründen in Zukunft lieber ohne mich auskommen würde. Auch Lebenspartner verabschieden sich meist sehr plötzlich aus dem gemeinsamen Leben (okay, hier könnte man die Anzeichen vielleicht schon längere Zeit vorher wahrnehmen, wenn man denn wollte…). Read More

Das Glück der Vergangenheit

Das Glück der Vergangenheit

Ich schreibe ja gerade an meinem Roman Seelenkrieg und da es sich um die Geschichte meiner Mutter handelt, möchte ich natürlich alles so genau wie möglich recherchieren.

Vieles weiß ich schon aus ihren Tagebüchern. Aber einige wichtige Details fehlen mir noch, um die Geschichte wirklich authentisch zu schreiben.

So habe ich heute also eine Art Interview mit meiner Mutter geführt. Sie sollte mir genau beschreiben, wie die Schauplätze ihrer Jugend aussahen und was zu welcher Zeit an welchem Ort passiert ist.

Erst habe ich mir ein bisschen Sorgen gemacht, dass diese ganzen Fragen sie zu sehr aufwühlen könnten. Immerhin spielt ein wesentlicher Teil der Geschichte in ihrer Jugend, also in Zeiten unmittelbar vor und während des 2. Weltkriegs. Read More

Aller Anfang ist schwer – Die ersten 500 Wörter meines Romans

Aller Anfang ist schwer – Die ersten 500 Wörter meines Romans

Seelenkrieg – ein biographischer Roman

Prolog

An einem warmen sommerlichen Montag im Juni 1934 erblickte ich in Königsberg das Licht der Welt. Ein unschuldiger Säugling, der nichts von der einen Tag vorher gehaltenen Marburger Rede mitbekam, die schließlich ausschlaggebend für den wenige Wochen später folgenden Röhm-Putsch sein sollte. Meine Welt war zu dieser Zeit in Ordnung, hatte ich doch meine Mutter bei mir und somit immer ausreichend Essen und Zuneigung in unmittelbarer Nähe. Ich wusste nichts von Krieg oder Hitler und konnte mir nicht einmal im Entferntesten vorstellen, wie aufregend und teilweise dramatisch mein weiteres Leben verlaufen würde.

Damals war es nicht üblich im Krankenhaus zu entbinden und so fand die – wie meine Mutter auch Jahre später immer wieder betonte – schwere Geburt in unserer Drei-Zimmer-Wohnung am Oberhaberberg statt. Ich erinnere mich dunkel an das Gesicht meines Vaters, der mich stolz und überglücklich in seinen Armen hielt und mit feuchten Augen ansah. Read More

Eine Kurz(e)-Geschichte

Eine Kurz(e)-Geschichte

Die Sekretärin

Frederike sitzt an ihrem Schreibtisch und schaut aus dem Fenster ihres Büros im zweiten Stock eines modernen Bürogebäudes. Lachen dringt durch das geöffnete Fenster zu ihr hinauf. Eine Schulklasse macht einen Kanuausflug auf dem angrenzenden Kanal. Am Anleger gegenüber sitzen Studenten der nahegelegenen Kunsthochschule und genießen die warmen Sonnenstrahlen. Ein wenig Neid auf die Menschen dort draußen, die entspannt ihren Tag genießen, kommt in ihr auf. Vor ihr liegt eine weitere Woche mit ihrem tyrannischen Chef.

Seit zwanzig Jahren ist sie mit Leib und Seele Vorstandssekretärin, sie liebt die tägliche Herausforderung, alles am Laufen zu halten und scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Einige Vorstände hat sie in ihrem Berufsleben gemanagt. Doch ihr jetziger Chef raubt ihr den letzten Nerv und lässt sie seit geraumer Zeit an ihrem Beruf zweifeln. Read More